101Basics

Audio

Ton ist eine Wissenschaft für sich. Die hochwertige Verarbeitung von Tonspuren erfordert sehr viel Erfahrung, ein sehr gutes Gehör und kostspieliges Equipment. Sogar die Beurteilung von Lautstärke ist für den Laien (und das sind wir Motion Designer in Sachen Sound) sehr schwierig.

Guter Ton ist ausserordentlich wichtig. Oft sogar wichtiger als das Bild. Da wir uns allerdings nicht immer die Dienste eines erfahrenen Toningenieurs sichern können, müssen wir uns dennoch mit dem Ton auseinander setzen.
Beim Ton sind vier Faktoren wichtig.

Die Samplingrate (in kHz)

Das ist so ungefähr das gleiche wie die Bildrate beim Bild. Wie fein wird der Ton in einzelne Häppchen oder Stufen zerlegt. Je feiner, desto besser der Ton.
Der Ton auf Audio-CDs hat eine Samplingrate von 44,1 kHz, beim DV-PAL-Videoformat 48 kHz.

Die Bittiefe

Die regelt wie viel „Speicher“ der Computer zur „Darstellung“ der einzelnen Einheiten des Sounds verwendet. Bei Video sind z.B. 16 Bit oder 32 Bit üblich. 8 Bit Sound wird zum Beispiel bei den lieblichen Klingeltönen verwendet – die Dinger, die klingen wie alte Videospiele.

Je höher die Bittiefe, desto höher die Bandbreite der einzelnen „Soundpäckchen“, desto besser der Sound.

Die Anzahl der Spuren

Eine Spur ist mono, zwei sind stereo (Hey, das ist ja nicht sonderlich kompliziert!). Dann gibt es noch verschiedene Surround-Formate. Das beliebte Surround 5.1 hat zum Beispiel 5 Spuren (vorne mitte, vorne links und rechts, hinten links und rechts). Sobald es mehr als eine Spur gibt, kann man Toneffekte mittels der Verteilung auf die verschiedenen Lautsprecher „positionieren“.

Die Lautstärke

Klingt simpel, ist aber manchmal heikel. Laut ist nicht immer gleich laut. In den meisten Videoschnittprogrammen findet man eine Anzeige oder einen Regler für den Ton, die von -unendlich bis 0 dbFS (Dezibel Full Scale, nicht zu verwechseln mit dB – Dezibel) und dann bis +12 dbFS geht. 0 dBFS bedeutet maximale Lautstärke. Ab hier wird verzerrt. Für verschiedene Formate und Projekte werden bestimmte Referenzpegel festgelegt – die durchschnittliche Lautstärke. Referenzpegel dienen dem geneigten Sound-Editor als eine Art Hilfslinie. Je hochwertiger das Projekt (und somit die Audiohardware mit der der Sound später abgespielt wird), desto niedriger der Referenzpegel. Man erhält also eine höhere Bandbreite zwischen dem Durchschnitt und der maximalen Lautstärke.
Beim normalen Fernsehen reicht eine Referenzpegel von -12 dBFS, bei Surroundproduktionen verwendet man einen Wert von -18 oder -20. Deshalb sind auf DVDs (auf einer Surround-Anlage abgespielt) die Hubschrauber und Explosionen so laut und das Liebesgeflüster so leise.

Wie laut bestimmte Soundelemente sein sollen, ist immer eine Gestaltungsfrage. Soll der Soundtrack vorne ballern oder im Hintergrund dahin plätschern? Soundproduktion ist immer Sound-Design.