101Basics

Codecs

Abkürzung für “Compressor-Decompressor”.

Digitales Video stellt hohe Anforderungen an den Rechner und an die Festplattenkapazität. 25 Bilder pro Sekunde können sehr schnell eine ganze Menge an Daten erzeugen. Um die Last für den Computer zu verringern und eine flüssige Bearbeitung des Materials zu erlauben muss komprimiert werden.

Beim Speichern der Datei wird komprimiert (auch oft mit dem nächtelangen “Rendern” gleichgesetzt) und während des Abspielens wird dekomprimiert. Das Problem: Kompression ist fast immer verlustbehaftet. Das heißt, die Qualität des Videos wird bei zunehmender Kompression immer schlechter. Es gilt also bei der Kompression die kleinstmögliche Datei bei bestmöglicher Qualität zu erreichen. Und dafür gibt es leider kein Grundrezept.

Die meisten Kompressionsverfahren funktionieren so:

Erst einmal wird das einzelne Bild in Angriff genommen. Es wird vereinfacht. Pixel oder Pixelgruppen werden mit dem benachbarten Pixel oder der benachbarten Pixelgruppe verglichen. Wenn die sich ähnlich sind, heißt es: “Hey, die sind ja gleich! Die fassen wir zusammen.” Je größer die Gruppen, desto stärker die Kompression. Das funktioniert so ähnlich, wie die JPEG-Kompression für Fotos, die einem wahrscheinlich schon einmal begegnet ist (und auch die typischen “groben Rechtecke” bei starker Kompression).
Danach werden die aufeinander folgenden Bilder miteinander verglichen. “Hey, diese Pixelgruppe in Bild 2 ist ja fast das Gleiche, wie die Pixelgruppe in Bild 1, da merke ich mir doch nur die eine.”. Und auch hier: je stärker die Kompression, desto laxer wird beim Vergleichen vorgegangen – die Qualität sinkt.

Gut, ein bisschen komplizierter ist das schon (die Verarbeitung von Farbsignalen etc.). Die Wahl des richtigen Codecs ist eine heikle Sache, immer abhängig vom Ausgangsmaterial, von der Software, von der Leitungsfähigkeit des Rechners und natürlich von der gewählten Distribution.

Codecs gibt es wie Sand am Meer. Siehe Wikipedia.

Ein paar davon sind für uns interessant:

  1. DV

    Digital Video. Das ist der Codec, der bei den meisten Consumer- und auch bei vielen kleineren Profigeräten im SD-Format (720 × 576 Pixel) verwendet wird. Daher arbeiten die meisten Videoschnittprogramme mit DV sehr schön flüssig. Allerdings sollte man diesen Codec nur einsetzen um in DV gefilmtes Material zu schneiden. Der Farbraum ist begrenzt. Grafiken und Typo wirken pixelig, Verläufe werden stufig.

    PS: DV eigent sich nicht für Bluescreen-Aufnahmen.

  2. Animation

    Eine verlustfreie Kompressionmethode, die riesige Dateien erzeugt, dein geliebtes Videomaterial aber in keiner Weise beeinträchtigt. Da geht der Rechner (und die Festplatte) schnell in die Knie.

  3. MPEG2

    MPEG2 ist ein älterer Codec und spielt eigentlich keine große Rolle mehr. Doch spätestens bei der Erstellung einer DVD wird einem dieses Format begegnen… und das ist meistens keine Freude. Das korrekte Kodieren von DVD-Streams übernimmt heute jedoch die verwendete Software (meistens) ganz automatisch.

  4. h264

    h264 hat sich in letzter Zeit zu einer Art Quasi-Standard gemausert. Er wird bei Bluray-Discs, HDTV und vielen HD-Camcordern verwendet. Darüber hinaus verdrängt im Web das stark verbreitete FLV (Flash-Video). Es kann vom Quicktime- und vom Flash-Player abgespielt werden, auf iPods, PSPs und vielen anderen Mobilgeräten.

    PS: Er versteckt sich in MPEG4 Dateien.

  5. Foto Jpeg

    Hier werden die Bilder einzeln wie Jpegs komprimiert. Je nach Einstellung eignet sich dieser Codec gut als Alternative zum Animation-Codec. Er wird häufig zur Archivierung verwendet.